{"id":696,"date":"2002-09-17T12:17:27","date_gmt":"2002-09-17T10:17:27","guid":{"rendered":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/?p=696"},"modified":"2002-09-17T12:17:27","modified_gmt":"2002-09-17T10:17:27","slug":"krise_der_zeitu_1","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/2002\/09\/17\/krise_der_zeitu_1\/","title":{"rendered":"Krise der Zeitungskultur"},"content":{"rendered":"<p>Zur Krise der Zeitungen wird momentan viel geschrieben. K\u00fcrzt man unwichtiges aus den fachlichen Publikationen heraus, wird schnell offensichtlich, dass Uneinigkeit herrscht: Sehen die einen die Gr\u00fcnde in der handfesten Konjunkturkrise seit New Economy Sterben und 9\/11, sehen die anderen eine Strukturkrise. Das Internet sei schuld. Nun, ja. H\u00f6rt man Helmut Heinen, den Chef des <a href=\"http:\/\/www.bdzv.de\/\">BDZV<\/a>, \u00fcber das Potential des Netzes, dann kann man ebenso die Unternehmensphilosophien x-beliebiger Contentprovider lesen. Neu ist das nicht; vermeidbar wohl auch nicht.<\/p>\n<p>Frank Schirrmacher schreibt heute in der FAZ weder von einer Struktur- noch einer Konjunkturkrise. Er beschreibt in einem meiner Meinung nach nicht unwichtigem Text \u00fcber die Krise der Zeitungskultur.<br \/>Die einleitende Passage daraus:<\/p>\n<ul>&#8222;Wollte man den Kreativit\u00e4tskern des deutschen Intellektuellen als Formel in die Bilanz einstellen, so erg\u00e4be sich folgende Berechnungsgrundlage: Zwanziger Jahre minus Hitler minus Leninismus\/Stalinismus plus Bundesrepublik minus RTL. Kein Kritiker, der nicht ein bi\u00dfchen Kerr, kein Korrespondent, der nicht ein wenig Kracauer, kein Dramatiker, der nicht Brecht, kein Rezensent, der nicht auch Benjamin, kein Rezensionsorgan, das nicht gerne &#8222;Literarische Welt&#8220; hei\u00dfen wollte.<\/p>\n<p>Das ist nicht Usurpation. Die Ma\u00dfst\u00e4be, auf die wir uns beziehen, sind achtzig Jahre alt. Aber sie sind gro\u00df und bedeutend, und die Kraft, die sie entwickelten, war ungeheuer. Denn es waren die Medien, die gro\u00dfen und kleineren Zeitungen, das Radio und auch teilweise das Fernsehen, die daraus jene geistige Wirklichkeit schufen, an die wir uns so sehr gew\u00f6hnt haben, da\u00df wir nicht ahnen, was ihr Verschwinden bedeuten w\u00fcrde. Nat\u00fcrlich gab es das nicht mehr oder jedenfalls kaum noch: Kerr oder Brecht oder Kracauer, wenngleich viele der t\u00e4glich erscheinenden Essays oder Kritiken den Vergleich mit den gro\u00dfen Vorbildern nicht zu scheuen brauchten. Aber die seri\u00f6sen Medien, ihre Redakteure und Leser schufen die Voraussetzungen f\u00fcr unz\u00e4hlige intellektuelle Biographien, ja f\u00fcr geistige Karrieren, die gleichberechtigt neben den Laufbahnen des rein \u00d6konomischen standen. Sie gaben und geben festen freien Mitarbeitern &#8211; bei oft sehr guten \u00f6konomischen Bedingungen &#8211; die M\u00f6glichkeit, das freie Leben des Geistigen zu f\u00fchren, ohne den Preis der Wirkungslosigkeit zu zahlen.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/IN\/Intemplates\/faznet\/default.asp?tpl=faz\/content.asp&#038;rub={2D82590A-A70E-4F9C-BABB-B2161EE25365}&#038;doc={81863725-1882-4EE2-844D-76F23DDDF932}\">weiterlesen<\/a><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Krise der Zeitungen wird momentan viel geschrieben. K\u00fcrzt man unwichtiges aus den fachlichen Publikationen heraus, wird schnell offensichtlich, dass Uneinigkeit herrscht: Sehen die einen die Gr\u00fcnde in der handfesten Konjunkturkrise seit New Economy Sterben und 9\/11, sehen die anderen eine Strukturkrise. Das Internet sei schuld. Nun, ja. 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