{"id":683,"date":"2002-08-29T18:01:21","date_gmt":"2002-08-29T16:01:21","guid":{"rendered":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/?p=683"},"modified":"2002-08-29T18:01:21","modified_gmt":"2002-08-29T16:01:21","slug":"waz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/2002\/08\/29\/waz\/","title":{"rendered":"Waz"},"content":{"rendered":"<p>In der Essener Friedrichstra\u00dfe sitzt der rote Riese. Zumindest w\u00fcrde die &#8222;Welt&#8220; ihn so beschreiben. Oder die &#8222;Bild&#8220;. Oder die &#8222;B.Z.&#8220;<br \/>Vor einigen Jahren sa\u00df ich in der benachbarten Kaufm\u00e4nnischen Schule 2 und lie\u00df mich mit Verlagsfachkunde und Rechnungswesen impr\u00e4gnieren. Keine besonders aufregende Zeit. Daf\u00fcr ist mir die WAZ ein Begriff. Die leicht zu dechiffrierende Verlagspolitik und die Art Journalismus, die dort betrieben wird ebenfalls. Mit der WAZ bin ich gro\u00df geworden<\/p>\n<p>Seit Leo Kirch sein Imperium vor die Wand gefahren hat, begehrt die WAZ seinen nicht unbedeutenden Anteil am gr\u00f6\u00dften deutschen Verlagshaus. Friede Springer versucht dies zu verhindern. Konservative Medienwissenschaftler, die das gewaltige Kartell-Monopol-Gesch\u00fctz mit geahnter Leichtigkeit aus dem Keller zerren \u2013 und dies in der Bild kundtun &#8211; ebenfalls. Oder in der Welt. Oder in der B.Z.<\/p>\n<p>Insgesamt riechen diese Verkn\u00fcpfungen zwischen Politik und Medien nicht gut. Gewiss, Zeitungen schreiben sich mit ihren Redaktionsstatuten politische Grunds\u00e4tze auf die Fahnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Entnazifizierungspolitik der Alliierten nicht unbeteiligt an der aktuellen (politischen) Presselandschaft. Die Lizenz zum Zeitungsdrucken wurde, etwas vereinfacht gesagt, nach dem Motto \u201eZwei rechts, zwei links, eine fallen lassen\u201c gemacht. Was korrekt war. Sobald dieses Gleichgewicht aus der Balance zu geraten droht, ist das Streit vorprogrammiert. Fr\u00fcher wurde er auf der Stra\u00dfe von w\u00fctenden Studenten ausgetragen. Heute, etwas smarter und unblutiger, jettet man von Hamburg \u00fcber Berlin nach Essen und liest w\u00e4hrend der Reise die unertr\u00e4gliche Auseinandersetzung in den Medien \u00fcber die Medien. Die Masse schweigt. Was soll sie auch sagen angesichts unvorstellbarer Summen, die man zu zahlen bereit ist. Ohnmacht gegen\u00fcber lokalen oder globalen Finanzfl\u00fcssen ist kein mediales Ph\u00e4nomen. Sinnhafter Einspruch abgelehnt.<\/p>\n<p>Abgelehnt? Nun, wie zu Beginn angedeutet, ist der Essener Journalismus nicht sonderlich politisch. Auch wenn die Konzernf\u00fchrung rot eingef\u00e4rbt ist. Vielmehr trachtet der WAZ-Konzern nach m\u00f6glichst maximalem Gewinn. Das ist gut wenn man wirtschaftet. Habe ich in der Schule neben der WAZ gelernt. Soll hier aber nicht wichtig sein. Zumindest geben sich einige der WAZ geh\u00f6rende Bl\u00e4tter recht konservativ, andere eher sozialdemokratisch. Das macht sich jedoch l\u00e4ngst nicht so bemerkbar wie in der Springerpresse. Zudem agiert man bei in NRW regional, was man von den Berlinern und Hamburgern nicht behaupten kann. Dort rotiert die Meinungsmaschine und sie wird deutschlandweit rezipiert.<\/p>\n<p>Seit Tagen sitzt das Thema auf der Titelseite der &#8222;Welt&#8220;. Der Meldungskasten mit krisengerechtem Logo versehen (wichtige Themen werden in den Medien symbolisiert). In einem daneben platzierten Kommentar liest man \u201ePolitische Macht und mediale Kontrolle geh\u00f6ren nicht in eine Hand. [&#8230;] Eine derartige Medienmacht einer politischen Partei ist ein St\u00fcck Berlusconi-Kultur mitten in Deutschland, ein Skandal f\u00fcr sich.\u201c<\/p>\n<p>Ein Skandal f\u00fcr sich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Essener Friedrichstra\u00dfe sitzt der rote Riese. Zumindest w\u00fcrde die &#8222;Welt&#8220; ihn so beschreiben. Oder die &#8222;Bild&#8220;. Oder die &#8222;B.Z.&#8220;Vor einigen Jahren sa\u00df ich in der benachbarten Kaufm\u00e4nnischen Schule 2 und lie\u00df mich mit Verlagsfachkunde und Rechnungswesen impr\u00e4gnieren. Keine besonders aufregende Zeit. Daf\u00fcr ist mir die WAZ ein Begriff. Die leicht zu dechiffrierende Verlagspolitik [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-683","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=683"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}