{"id":569,"date":"2002-03-27T09:52:00","date_gmt":"2002-03-27T07:52:00","guid":{"rendered":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/?p=569"},"modified":"2002-03-27T09:52:00","modified_gmt":"2002-03-27T07:52:00","slug":"peter_mller","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/2002\/03\/27\/peter_mller\/","title":{"rendered":"Peter M\u00fcller"},"content":{"rendered":"<p>Peter M\u00fcller am vergangenen Sonntag in einem Saabr\u00fccker Theater:<\/p>\n<ul>Es kann ein Spannungsverh\u00e4ltnis entstehen zwischen subjektiver Wahrheit und Mehrheit. Politik hat deshalb das Ziel der Vers\u00f6hnung von Wahrheit und Mehrheit. Um dies zu erreichen, braucht sie Aufmerksamkeit, und Aufmerksamkeit wird auch durch theatralische Darstellung erreicht. <i>Sind Politiker deshalb Schauspieler?<\/i> Nat\u00fcrlich sind sie es, und diese Feststellung beinhaltet kein Werturteil.<\/ul>\n<p>Damit wir wissen, warum es hier geht.<\/p>\n<ul>Die Tatsache, dass Politiker Schauspieler sind, kann sowohl positiv als auch negativ sein. Sie ist positiv, wenn es dem Politiker wie einem Schauspieler darum geht, Kontakt aufzunehmen zu seinem Publikum, den W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern, um deren W\u00fcnsche zu erkennen und sich mit ihnen auseinander zu setzen. Politik hat die Aufgabe, wie Martin Luther es gesagt hat, dem \u201eVolk aufs Maul\u201c zu schauen. Negativ wird diese Forderung, sich auf das Publikum einzulassen, in dem Moment, <i>in dem der Politiker schauspielerische Elemente einsetzt, um von seinen Inhalten abzulenken<\/i>. Negativ ist die schauspielerische T\u00e4tigkeit des Politikers, wenn er jedem zum Gefallen sein will, ohne deutlich zu machen, wof\u00fcr er wirklich einsteht.<\/ul>\n<p>Dann, Herr M\u00fcller, haben wir uns am vergangenen Freitag tats\u00e4chlich an schauspielerischen Talenten erfreuen k\u00f6nnen. Es handelt sich also um negatives Schauspiel, nicht um legitimes.<\/p>\n<ul>Politiker d\u00fcrfen nicht selbstgerecht und unnahbar werden. Sie m\u00fcssen aber auch die Tendenz zum zynischen Populismus unterdr\u00fccken, die sehr schnell entstehen kann und die m\u00f6glicherweise kurzfristig zu Wahlerfolgen f\u00fchrt.<\/ul>\n<p>In der Tat. Die Reaktion auf zynischen Populismus ist ein zynisches Populus sein.<\/p>\n<ul>Ist Politik also Theater? Ja, Politik ist Theater. Aber auch dieser Umstand ist weder gut noch schlecht. So lange das politische Theater einen Beitrag dazu leistet, Aufmerksamkeit zu erreichen f\u00fcr die vertretenen Inhalte, ist das politische Theater gut. Es ist schlecht, wenn dadurch von den Inhalten abgelenkt werden soll. Ohne Theater kann in dieser Gesellschaft keine erfolgreiche Politik gestalten werden. Wir leben in einer Kommunikationsgesellschaft, und diese Kommunikationsgesellschaft folgt klaren Kategorien. Ich will sie zitieren, so wie sie der Kommunikationsphilosoph Vilem Flusser definiert hat. Erste Kategorie, erster Hauptsatz: \u201eWas nicht kommuniziert wird, ist nicht, und je mehr es kommuniziert wird, desto mehr ist es.\u201c Zweiter Hauptsatz: \u201eAlles, was kommuniziert wird, ist etwas wert, und je mehr es kommuniziert wird, desto wertvoller ist es.\u201c<\/ul>\n<p>Flusser h\u00e4tte ich hier nicht erwartet. Ich f\u00fcrchte, er wird da vor einen Karren gespannt&#8230; Ich pr\u00fcfe mal, in welchem Zusammenhang das Zitat zu verorten ist.<\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peter M\u00fcller am vergangenen Sonntag in einem Saabr\u00fccker Theater: Es kann ein Spannungsverh\u00e4ltnis entstehen zwischen subjektiver Wahrheit und Mehrheit. Politik hat deshalb das Ziel der Vers\u00f6hnung von Wahrheit und Mehrheit. Um dies zu erreichen, braucht sie Aufmerksamkeit, und Aufmerksamkeit wird auch durch theatralische Darstellung erreicht. Sind Politiker deshalb Schauspieler? 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