{"id":562,"date":"2002-03-20T10:11:00","date_gmt":"2002-03-20T08:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/?p=562"},"modified":"2002-03-20T10:11:00","modified_gmt":"2002-03-20T08:11:00","slug":"kommunikologie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/2002\/03\/20\/kommunikologie\/","title":{"rendered":"Kommunikologie"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der Recherche f\u00fcr einen Beitrag in der kommenden Ausgabe der <A HREF=\"http:\/\/www.navigationen.de\"><\/A>Navigationen wunderte ich mich dar\u00fcber, dass neu auf den Markt kommende Medien so eine lange Phase der Orientierungs- oder besser, Inhaltslosigkeit durch machen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Man werfe dazu einen Blick zur\u00fcck auf das junge Radio, das lediglich die Kopie \u00e4lterer Medieninhalte war. Theater, Konzert oder Lokalzeitung &#8211; den Verkehrsfunk erfand man sp\u00e4ter.<br \/>Beim Fernsehen war es \u00e4hnlich. Spricht man \u00fcber die modernen Massenmedien Rad\u00edo und Fernsehen, so handelt es sich beim Rundfunk im Grunde um das erste jener Massenmedien. Beim Fernsehstart h\u00e4tte man allerdings auf Basis der Erfahrungen reagieren k\u00f6nnen. Immerhin handelt es sich ebenso wie beim Radio um einen Rundfunkdienst.<\/p>\n<p>Und was ist los im Internet? Sehen wir nicht \u00fcberwiegend Inhalte (wenn \u00fcberhaupt Inhalte), die irgendetwas entsprechen, nicht aber den Strukturen und Potentialen des Netzes.<br \/>Wieso ist das so? Ist es \u00fcberhaupt so? Jedenfalls kann man \u00fcber die Ver\u00e4nderung von Diskursen sprechen. Besser gesagt: Die Ver\u00e4nderung von Diskursen zitieren, denn so etwas stammt nat\u00fcrlich nicht aus meinem K\u00f6pfchen, sondern aus dem Vilem Flussers. Jedenfalls scheint es, als dass man, spricht man \u00fcber das Netz, nicht bedacht hat, dass die Art des Diskurses, wie er in einem Medium abl\u00e4uft, sich ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Massenmedien wie Radio und TV bestehen aus Amphitheaterdiskursen. Diese Struktur besteht im wesentlichen aus zwei Elementen: Einem im Raum schwebenden Sender sowie den ausstrahlenden Kan\u00e4len, die die spezifischen Codes transportieren. Zeitungspapier, Hertzwellen oder Filmrollen. Die Empf\u00e4nger sind vielz\u00e4hlig aber klein, ganz klein. Wie Satelliten sind sie um die Sender herum angeordnet. Organisatorisch befinden Sie sich am Rande, fast au\u00dferhalb des Diskurses. Sie sind gewisserma\u00dfen geeicht auf jeweils einen Kanal, der Informationen in den Sender pumpt. Dieses Modell ist eher totalit\u00e4r. Es ist das Modell der Massenmedien.<\/p>\n<p>Im Netz finden keine Diskurse statt, sondern Dialoge. Prototypen f\u00fcr Netzdialoge sind die Post und das Telefonsystem. Plauderei, Geschw\u00e4tz oder Ger\u00fcchte geh\u00f6ren allerdings ebenso dazu. Wichtig erscheint mir Flussers Feststellung, dass Informationen nicht aus der Synthese von bereits vorhanden Informationen entstehen (wie es eben doch \u00fcberwiegend der Fall ist &#8211; siehe These zu Beginn), sondern dass Informationen spontan  durch die Verformung von Inhalten (z.B. durch Ger\u00e4usche, durch das Netzgefl\u00fcster) entstehen. Das Ziel der Politik sollten Netzdialoge sein. Sie schaffen neue Informationen statt die alte Informationen redundant zu wiederholen, wie es beim Rundfunk geschieht, der so eine Ver\u00e4nderung des Menschen verhindert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der Recherche f\u00fcr einen Beitrag in der kommenden Ausgabe der Navigationen wunderte ich mich dar\u00fcber, dass neu auf den Markt kommende Medien so eine lange Phase der Orientierungs- oder besser, Inhaltslosigkeit durch machen m\u00fcssen. 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