{"id":528,"date":"2002-02-12T12:43:00","date_gmt":"2002-02-12T10:43:00","guid":{"rendered":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/?p=528"},"modified":"2002-02-12T12:43:00","modified_gmt":"2002-02-12T10:43:00","slug":"schill_1","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/2002\/02\/12\/schill_1\/","title":{"rendered":"Schill"},"content":{"rendered":"<p>Ronald Schill, Innensenator und stellvertretender B\u00fcrgermeister Hamburgs, hat gestern abend im Gr\u00fcnen Salon den wahrscheinlich erb\u00e4rmlichsten TV-Auftritt eines Politikers dargeboten. Besonders wertvoll erscheinen mir seine Ausf\u00fchrungen bez\u00fcglich der Hamburger Drogenszene in der er, laut Panorama-Aussage eines entt\u00e4uschten Parteimitglieds, die Nase so gar nicht hereinsteckt, wie man sich das zu Beginn seiner Amtszeit noch vorstellte. Ob er nun sein N\u00e4schen in irgendeiner zweifelhaften Hamburger Lokalit\u00e4t gepudert hat oder nicht wird man wohl in K\u00fcrze nach einem Drogenscreening erfahren. Jedenfalls berichtet Schill ausf\u00fchrlich \u00fcber einen &#8222;besonders exklusiven Fris\u00f6rbesuch&#8220; in M\u00fcnchen, der ihm nicht nur eine &#8222;bleistiftstarke Tonsur  am Hinterkopf&#8220;, sondern auch den Unschuldsbeweis erbringen soll. Dabei scheint der Populist (?) zu vergessen, dass er sich nat\u00fcrlich nicht nur auf das d\u00fcnne Eis, das auch unter Christof Daums Gewicht zusammengebrochen ist, begibt, sondern dass er momentan in genau jenen Kreisen lebt, die er seit hundert Tagen mit bisher nicht gekannter Konsequenz zu bek\u00e4mpfen vorgibt. In diesem Zusammenhang erscheint es mir eher unbedeutend, ob er oder ob er nicht gekokst hat, sondern dass dies wohl die denkbar gr\u00f6\u00dfte Diskrepanz zwischen politischen Anspruch und politischer Wirklichkeit darstellt. Meiner Meinung nach l\u00e4sst sich an diesem Gebahren besonders gut zeigen, wie 19,4 %ige politische Seifenblasen in Nullkommanichts platzen. Ein in Hamburg nicht ganz unbekanntes Ph\u00e4nomen.<\/p>\n<p>Drei Postings aus dem NTV-Forum.<\/p>\n<p>Schill und &#8222;Burkina Faso&#8220;<\/p>\n<ul>&#8222;Schill ist unser deutscher  Hoffnungstr\u00e4ger, der hoffentlich n\u00e4chstes Jahr zur Bundestagswahl dabei ist, was Euch linksideologisch zugeknallten Typen bestimmt nicht schmeckt. Und wenn ihr Schill noch so angeifert und verleumdet, so findet er dennoch in gro\u00dfen Bev\u00f6lkerungskreisen Zustimmung. Du kannst dich ja bei deinen lieben schwarzen, dealenden Mitb\u00fcrgern ausweinen. Die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Hamburger w\u00fcnscht sich, da\u00df sie diese Plage endlich los w\u00e4re.&#8220; <\/ul>\n<p>Schill und die &#8222;Medienrocker&#8220;<\/p>\n<ul>&#8222;Wenn Schill gestern einfach gegangen w\u00e4re, ich h\u00e4tte ihn verstanden. Denn es war offensichtlich so, da\u00df B\u00f6hme und sein Filius ihn von Anfang blosstellen, demontieren und l\u00e4cherlich machen wollten. Da\u00df Schill aber standfest blieb und sehr gut parrierte, spricht nur f\u00fcr ihn und gegen seine Gegner. Als Zuseher mu\u00df ich mich doch wirklich ernsthaft fragen, was diese Art eines im Grunde gestandenen Journalisten und die eines Pfarres \u00fcberhaupt soll? Ist dies in den letzten drei Jahren eingerissene neue uns\u00e4glich perfiede Umgangsform mit Mitb\u00fcrgern, Politikern und Verantwortungstr\u00e4gern die wir ben\u00f6tigen? Oder ist es die \u00fcberhebliche und asoziale Selbstinszinierung b\u00f6sartiger Medienrocker, die ihren Arbeitsplatz mi\u00dfbrauchen und sich aber gleichzeitig \u00fcber die Moral anderer vehement aufregen? Sie sollten doch am Morgen mal in den Spiegel sehen und sich fragen, ob sie sich gestern nicht reichlich und selbsts\u00fcchtig daneben benommen haben. Insbesondere dann, wenn man aus dem kirchlichen Bereich kommt und dort doch das Gegenteil gelernt hat. Da war doch noch was mit den Zehn Geboten, oder? z.B. liebe Deinen N\u00e4chsten, oder Du sollst kein falsches Zeugnis&#8230;. etc. etc. von der Bescheidenheit m\u00f6chte ich erst gar nicht beginnen.&#8220;  <\/ul>\n<p>Schill und harte Bandagen:<\/p>\n<ul>&#8222;Herr Schill ist mit seinem Anspruch, in diesem Deutschland den Rechten seiner B\u00fcrger wieder mehr Geltung zu verschaffen in guter Gesellschaft von Don Quichote. Wer will denn hier eigentlich noch, da\u00df wir B\u00fcrger in sozialem Frieden, in Gedankenfreiheit und m\u00f6glichst unbehelligt von Kriminellen leben k\u00f6nnen? Ich f\u00fcrchte, Herr Schill wird scheitern an den Richtern, die v\u00f6llig losgel\u00f6st, niemandem und nichts verpflichtet, immer h\u00e4ufiger in ihren Urteilen T\u00e4ter und Opfer nicht mehr auseinander halten k\u00f6nnen oder wollen. Ich f\u00fcrchte, Herr Schill wird scheitern an den Journalisten, die realit\u00e4tsblind und profilierungss\u00fcchtig jeden gnadenlos niedermachen, der ihrem Hauptfeindbild \u00e4hnelt: dem zivilcouragierten Freund von Recht und Ordnung. Der B\u00fcrger, der unbefangen an diese Normen eines zivilisierten Zusammenlebens erinnert, sieht sich pl\u00f6tzlich als  &#8222;rechts&#8220;radikal(!), faschistisch, populistisch und allgemein als gemeingef\u00e4hrlich beschimpft. Was die entrechteten B\u00fcrger etlicher Terror-Staaten ertr\u00e4umen, nimmt man hier besser nicht einmal mehr in den Mund. Ich f\u00fcrchte, Herr Schill wird vor allem scheitern an dem einzigen alle Parteien verbindenden Interesse, auf keinen Fall auch nur eines der m\u00fchsam zusammengeschnorrten Wahl-und Zahlschafe ungeschoren aus der Tretm\u00fchle zu lassen. Da wird mit harten Bandagen gek\u00e4mpft und auf Hilfe von Richtern oder Journalisten kann Herr Schill da sicher nicht bauen.&#8220;<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ronald Schill, Innensenator und stellvertretender B\u00fcrgermeister Hamburgs, hat gestern abend im Gr\u00fcnen Salon den wahrscheinlich erb\u00e4rmlichsten TV-Auftritt eines Politikers dargeboten. Besonders wertvoll erscheinen mir seine Ausf\u00fchrungen bez\u00fcglich der Hamburger Drogenszene in der er, laut Panorama-Aussage eines entt\u00e4uschten Parteimitglieds, die Nase so gar nicht hereinsteckt, wie man sich das zu Beginn seiner Amtszeit noch vorstellte. 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