{"id":453,"date":"2001-11-07T19:08:00","date_gmt":"2001-11-07T17:08:00","guid":{"rendered":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/?p=453"},"modified":"2001-11-07T19:08:00","modified_gmt":"2001-11-07T17:08:00","slug":"spanien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/2001\/11\/07\/spanien\/","title":{"rendered":"Spanien"},"content":{"rendered":"<p>Dabei will ich gar nicht in den Einstellungen fummeln, sondern Andalusien r\u00fchmen.<br \/>Dort war ich vergangene Woche, um meine Liebste zu treffen. Mir ist wichtig zu wissen, da\u00df es ihr w\u00e4hrend des Auslandsstudiums gut geht und sie sich wohl f\u00fchlt in Sevilla. Tut sie auch und das freut mich.<br \/>Aber zu privat wollen wir hier nicht werden; viel lieber notiere ich hier, da\u00df man in drei Tagen eine tollen Tour durch Andalusien machen kann.<br \/>Man starte in Sevilla und bewege sich schnurstracks s\u00fcdlich in Richtung Cadiz. An der spanischen Atlantikk\u00fcste gelegen befindet sich Europas \u00e4lteste noch bestehende Stadt. Die Urspr\u00fcnge wurden leider w\u00e4hrend der turbulenten Spanischen Geschichte zerst\u00f6rt. im Fall Cadiz wei\u00df ich gar nicht genau wer`s war. Ich tippe mal auf die Christen, die sich jahrhundertelang nicht mit Ruhm (eher mit Blut) bekleckert haben. Ihnen kommt in der spanischen Geschichte die Rolle zu, die wir heute den Muslimen zuschreiben (Na ja, in etwa zumindest). Cadiz jedoch ist eine sch\u00f6ne Stadt mit einer herrlichen Moschee, die im Stadtzentrum liegt. In den Stra\u00dfen muffelt es stellenweise. Das liegt nicht daran, da\u00df dort st\u00e4ndig mit Fisch beladene LKW verungl\u00fccken, was in Spanien durchaus der Fall sein k\u00f6nnte, sondern am allzu feuchten Atlantik Wetter. Der umschlie\u00dft Cadiz n\u00e4mlich von fast allen Seiten und so m\u00fcssen sich die armen Bewohner oft mit feuchten, leicht schimmelden W\u00e4nden herum\u00e4rgern.<br \/>F\u00fcr mich als Foto-Interessierten ist die auf einem Turmn installierte Camera Obscura der Hit gewesen. \u00dcber eine Art Periskop wird Licht in einen verdunkelten Raum gespiegelt udn auf eine konkave zwei Meter messende Fl\u00e4che projeziert. Indem die Fl\u00e4che vertikal bewegt wird stellt sich das Bild der Stadt nach und nach scharf. Man dreht das Periskop, zieht die Sch\u00e4rfe nach und befindet sich auf einer etwas anderen Stadtf\u00fchrung. Das Ganze sieht ulkig aus, denn man kann in die Sch\u00fcssel gucken und die Leute beim Einkaufen beobachten. Sogar die Wellen auf dem Meer lassen sich beobachten. Toll.<\/p>\n<p>Verl\u00e4sst man Cadiz bewegt man sich weiter s\u00fcdlich immer an der K\u00fcste entlang in Richtung Tarifa und dann nach Gibraltar. Auf dem Weg dorthin darf man auf keinen Fall wundersch\u00f6ne unverbaute Str\u00e4nde verpassen. Tarifa selbst ist der Surfspot, wie man sich ihn vorstellt. Nur Surfer Bars und die obligatorischen Shops. Zerfetzt einem der extrem starke Wind das Segel, kann man sich dort schnell ein neues besorgen. Weiter geht`s nach Gibraltar. Vorher \u00fcbernachtet man aber. Und zwar nixcht in Algeciras, wie wir erfahren mussten. das ist n\u00e4mlich eine wundersch\u00f6ne Industrie-Stadt und vom Fenster des Hotels blickt man zwar auf Gibraltar, aber auch auf Unmengen von Frachtschiffen, die auf die Einfahrt in den dementsprechend h\u00e4sslichen Hafen von Algeciras. Egal, wir waren eh` hundem\u00fcde.<\/p>\n<p>Gibraltar ist Ausdruck eines l\u00e4ngst vergangenen britischen Kolonialismus. Dort wird er noch zelebriert. Gut, da\u00df man auf den paar Quadratkilometern nicht auch noch links fahren mu\u00df. Das war`s dann aber auch mit den Zugest\u00e4ndnissen an den europ\u00e4ischen Festl\u00e4nder. Der Ort selbst ist derma\u00dfen h\u00e4\u00dflich, da\u00df man ihn am liebsten schnell verlassen w\u00fcrde. Geht aber nicht wegen absolut krankem heftigen Touristen Verkehr in viel zu engen Gassen. Nun ja, wir waren ja auch nicht besser und planten auch noch mit dem Wagen bis auf den br\u00fchmten Upper Rock zu kraxeln. Kost`ja nix. Denkste nachdem man auf der extrem schmalen und steilen Stra\u00dfe auf den Felsen den Point of no Return verlassen hat (an wenden ist nicht zu denken), freut man sich \u00fcber das Schild, das mit einem Preis von sieben Pfund pro Person (!!) das Ereignis nicht gerade vers\u00fcsst. &#8222;I give you the change in sterling&#8220;. Der Kassierer kann sich sein Grinsen nicht verkneifen. Wir sind stinkig und nehmen uns vor s\u00e4mtliche Affen auf dem Felsen auszul\u00f6schen, was f\u00fcr Britannien, dem Mythos zur Folge, den Untergang bedeutet. Nun ja, wir taten es nicht, denn zeitweise ist es schwer zwischen amerikanischen und britischen Touristen und den Affen zu unterscheiden. Szenen spielen sich da ab. Unglaublich. Wir waren froh, da\u00df der Au\u00dfenspiegel, \u00fcber den sich ein besonders fetter Affe abseilte nicht brach und verlie\u00dfen diesen Ort. Bis man an die Grenze zur\u00fcckgelangt. Rote Ampel, ein Flugzeug startet. Nichts besonderes an und f\u00fcr sich. Dort schon, denn die Startbahn quert Stra\u00dfe und Fu\u00dfweg. Also Stau Nummer eins und ein krudes Ereignis mehr. Bei der Ausreise wenigstens eine Stunde Wartezeit. Stau Nummer zwei. &#8222;Wir bitten Sie, diese Unannehmlichkeit zu verzeihen&#8220;, liest man auf einem Schild, &#8222;Es handelt sich jedoch um eine spanische Schickane gegen Gibraltar. Sie k\u00f6nnen sich da und da beschweren&#8220;. Nun seit doch nicht so und vertragt euch wieder. Wollen sie aber nicht. Egal, wir fahren weiter. An der sch\u00f6nen K\u00fcste, die leider total verbaut ist. Klar, man kennt vielleicht Malaga oder Marbella. Wenn nicht kann man sich`s leicht vorstellen.<br \/>Kurz nach Malaga \u00fcbernachtet man und biegt dann ab Richtung Norden und durchquert die Sierra Nevada. Nach 1,5 Stunden fahrt erreicht man Granada. Darf man nicht verpassen. Ist wundersch\u00f6n. Wie so oft in Andalusien verschmelzen auch hier arabische und westliche Kultur. Wir stehen zu\u00e4chst erst mal Schlange. Klar, wir haben keine Karten und wollen in die Alhambra. Die 1,5 Stunden spannungsgeladenen Wartens erspare ich dem, der bis hier durchgehalten hat. Wir waren zumindest drin. Was man dort zu sehen bekommt ist einfach atemberaubend und ein Einblick in arabische Lebens- und Baukunst. Die Alhambra besteht im Grunde aus einer riesigen Anzahl von Garten- und Palastanlagen, die dort \u00fcber die Jahrhunderte erbaut wurden. Da wirkt es besch\u00e4mend, da\u00df Karl der F\u00fcnfte, nachdem die Christen die Macht zur\u00fcckeroberten, sich ebenfalls dort h\u00e4uslich niederlassen wollte und es nicht lassen konnte, dort einen Palast im Renaissance Stil erbaute, der dort nun wirklichnicht hineinpasst. Wie dem auch sei, angesichts der Sch\u00f6nheit der restlichen Alhambra l\u00e4sst sich dar\u00fcber hinwegsehen und man genie\u00dft einfach nur die Zeit, die man dort verbringt. Umso sch\u00f6ne, wenn man zu zweit ist und eine Weile in einem der unz\u00e4hligen G\u00e4rten auf einer Bank in der Sonne sitzt.<br \/>Ansonsten ist nat\u00fcrlich die Stadt an sich ebenfalls sehr sehenswert. Besonders sch\u00f6n der Albaizin, das gr\u00f6\u00dfte in sich geschlossene arabische Stadtviertel Spaniens.<br \/>Von Granada f\u00fchrt eine Autobahn den Schnelltouristen zur\u00fcck nach Sevilla. Mit zwei Tankf\u00fcllungen kommt man locker hin, am Runde der Tour abseits der gro\u00dfen Touristenstr\u00f6me finden sichimmer g\u00fcnstige Hotels, falls man au\u00dferhalb der Reisezeiten f\u00e4hrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dabei will ich gar nicht in den Einstellungen fummeln, sondern Andalusien r\u00fchmen.Dort war ich vergangene Woche, um meine Liebste zu treffen. Mir ist wichtig zu wissen, da\u00df es ihr w\u00e4hrend des Auslandsstudiums gut geht und sie sich wohl f\u00fchlt in Sevilla. 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