{"id":425,"date":"2001-10-01T18:49:00","date_gmt":"2001-10-01T16:49:00","guid":{"rendered":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/?p=425"},"modified":"2001-10-01T18:49:00","modified_gmt":"2001-10-01T16:49:00","slug":"fotolog_4","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/groscurth.com\/wordpress\/2001\/10\/01\/fotolog_4\/","title":{"rendered":"Fotolog"},"content":{"rendered":"<p>Von der Wichtigkeit, ein Fotolog zu haben.<\/p>\n<p>Seit ich 16 bin, wenn ich mich recht erinnere, fotografiere ich. Ich begann mit der alten Spiegelreflex meines Vaters. Einer Pentax KM, die irgendwann in den 70ern gebaut wurde. Drei Objektive waren dabei. 28, 50 und 135mm. Und was ich besonders cool fand. Ein Konverter. Der fra\u00df zwar Unmengen von Licht. Daf\u00fcr hatte ich aber nun ein Fernglas. Die KM sieht klassisch aus. Klar. 70er Jahre eben. Das Geh\u00e4use ist \u00fcberwiegend silbern. Damals gefiel mir nur die Nikkon F50 (?) besser. Heute sind alle Kameras aus Plastik.<\/p>\n<p>Eigentlich bin ich Autodidakt, wie vermutlich jeder Fotograf, oder hat jemand das Fotografieren an der Volkshochschule gelernt? Aber ich hab`s mir eben nur eigentlich selbst beigebracht. Mein Vater erkl\u00e4rte mit die absoluten Grundlagen des Fotografierens. So wie \u00fcbrigens auch das Fahrradfahren, das Schwimmen oder das Autofahren. Ich erinnere mich, dass ich anfangs nicht verstehen konnte, wie Blende und Belichtung zusammenh\u00e4ngen. Wieso soll ich mir den Kopf dar\u00fcber zerbrechen, wie ich diese beiden miteinander kombiniere, wenn das Ergebnis doch irgendwie das gleiche ist? Sp\u00e4ter begriff ich, da\u00df es eben nur ungef\u00e4hr das gleiche ist. Niemals aber das selbe. Das war der Zeitpunkt ab dem Fotografie f\u00fcr mich interessant war.<\/p>\n<p>Gerade noch rechtzeitig. Denn das Ruhrgebiet war bald nur noch Strukturwandel. H\u00f6chste Zeit. Denn was mich st\u00e4ndig reizte war alte, brachliegende Industrie. Die Reste von Stahl und Kohle. Die Ruhr, die die Industrie und das Leben, mein Leben an diesem Ort, erst m\u00f6glich machte. Die Jahrhunderthalle z.B., heute Auff\u00fchrunsgort f\u00fcr Theater und Symphoniker, zentrales kultiviertes Areal der neu geplanten City-West. Ich erinnere mich noch an den Landstreicher, den ich dort traf. Mit Schuhen aus Autoreifen und Stricken. Eine irre Begegnung. Ob man hier ungest\u00f6rt eine Nacht verbringen k\u00f6nnte, fragte er. Ich glaubte schon. Und er verkaufte mir ein selbst kopiertes Heftchen. Lyrik eines Landstreichers. Damit verdiente er sein Geld. Das Heftchen habe ich nicht mehr. Irgendwann ging es verloren. Ein Foto habe ich auch nicht von ihm gemacht.<\/p>\n<p>Oft war ich in der Henrichsh\u00fctte in Hattingen. Wer erinnert sich noch an die Nachrichten? Irgendwann in den 80ern. Wenn die H\u00fctte stirbt, stirbt die Stadt. Nun, die Stadt lebt noch aber die H\u00fctte wurde nach China verkauft. Ihr Skelett ist heute Industriemuseum. Kurz vorher konnte ich dort noch Bilder machen. Meine Lieblingsfotos. Davor stand der H\u00fcttengrill, den ich unbedingt noch fotografieren wollte. Als ich kam stand nicht mehr H\u00fcttengrill daran.<\/p>\n<p>Das war dann auch schon die Zeit als ich die neue Automatik-Kamera hatte. 1994. Ein gutes Jahr sp\u00e4ter begann ich die Ausbildung im Zeitungsverlag. Nachdem ich mir meinen bekloppt-geilen Traumberuf vom Fotograf in Krisengebieten aus dem Kopf geschlagen hatte. Gut, wirklich drin war er nie. Irgendwie doch immer weit weg. Und das Fotografieren r\u00fcckte auch weiter weg. Ich arbeitete mittlerweile fest im Verlag. Hatte dementsprechend weniger Zeit. Teilweise auch andere Interessen. Als ich sp\u00e4ter auszog, um zu studieren und der Arbeit somit auf den letzten Dr\u00fccker noch den R\u00fccken zu kehren, packte ich meine alten Fotos in den alten K\u00fcchenschrank meiner Oma, nach unten in den Keller.<br \/>Und von dort nahm ich sie neulich mit. Eigentlich holte ich sie, um Katha ein zwei meiner Lieblingsbilder zu schenken. Wenn ich das n\u00e4chste Mal wieder bei den Eltern bin hole ich auch noch die alte Pentax.<br \/>Und im <a href=\"\/fotolog\/\" target=blank>Fotolog<\/a> pr\u00e4sentiere ich dann und wann ein paar meiner Fotografien. Alte und neue.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Wichtigkeit, ein Fotolog zu haben. Seit ich 16 bin, wenn ich mich recht erinnere, fotografiere ich. Ich begann mit der alten Spiegelreflex meines Vaters. Einer Pentax KM, die irgendwann in den 70ern gebaut wurde. Drei Objektive waren dabei. 28, 50 und 135mm. Und was ich besonders cool fand. Ein Konverter. 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